Wer sein Bodyscrub im Drogeriemarkt kauft, riskiert Mikroplastik direkt auf der Haut – und im Abwasser. Dabei brauchst du keine zwei Minuten, um ein Peeling selbst anzurühren, das genauso gut wirkt. Drei Zutaten aus der Küche reichen schon, der Rest ist Geschmackssache.
Das Wichtigste in Kürze
- Selbstgemachte Bodyscrubs sind frei von Mikroplastik, Konservierungsstoffen und unnötigen Zusätzen.
- Die Basis: ein grobes Peeling-Mittel (Zucker, Salz, Kaffeesatz) plus ein Pflanzenöl als Träger.
- Ein Glas selbstgemacht kostet 1 bis 2 Euro – im Drogeriemarkt zahlst du das Fünf- bis Zehnfache.
- Haltbarkeit: 2 bis 4 Wochen im Kühlschrank, ohne Wasserzusatz auch länger.
- Einsatz: einmal pro Woche reicht, sonst wird die Haut gereizt.
Warum DIY-Peeling der besseren Variante ist
Industrie-Peelings enthalten oft Polyethylen-Mikroperlen oder ähnliche Plastik-Granulate. Die wandern beim Duschen ins Abwasser und landen in Flüssen und Meeren – ein Hauptweg, wie Mikroplastik in der Umwelt entsteht. Selbstgemachtes umgeht das Problem komplett, weil du nur biologisch abbaubare Zutaten nimmst.
Dazu kommt der Hautaspekt. Wer sich die Inhaltsstofflisten klassischer Bodyscrubs durchliest, findet oft Parabene, Duftstoffe und Mineralöl. Auf gestresster Haut nach dem Peeling ist das nicht ideal. DIY-Versionen kommen mit drei bis fünf Zutaten aus, die du im Zweifel auch essen könntest.
Die drei Bodyscrub-Klassiker zum Selbermachen
Welcher der drei für dich der richtige ist, hängt von Hauttyp und Vorlieben ab. Probier am besten alle einmal aus, dann findest du dein Favorit.
Der Zucker-Scrub: mild und für jeden Hauttyp
Zucker ist sanft, weil er sich beim Massieren langsam auflöst. Perfekt für empfindliche Haut und für die Erstanwendung.
- 200 g brauner Zucker
- 100 ml Mandelöl oder Olivenöl
- 1 EL Honig (optional)
- 5 Tropfen ätherisches Öl, etwa Lavendel oder Vanille
Alles in einer Schüssel vermischen und in ein Schraubglas füllen. Hält gut drei bis vier Wochen.
Der Kaffee-Scrub: Energiekick für die Haut
Koffein soll die Durchblutung fördern und kurzzeitig straffend wirken. Wissenschaftlich nicht ganz so eindeutig wie oft behauptet, aber das Peeling-Erlebnis ist top.
- 150 g Kaffeesatz (frisch oder aus dem Filter, kalt)
- 100 ml Kokosöl
- 50 g brauner Zucker
- 1 EL Vanilleextrakt (optional)
Achtung: Kokosöl ist unter 24 Grad fest. Vor dem Mischen leicht erwärmen, damit es flüssig wird. Im Sommer perfekt, im Winter eventuell vor dem Duschen kurz unter warmes Wasser stellen.
Der Salz-Scrub: für stark beanspruchte Haut
Meersalz ist gröber als Zucker und sollte nicht im Gesicht oder auf empfindlichen Stellen benutzt werden. Für Knie, Ellenbogen und Füße aber unschlagbar.
- 200 g feines Meersalz
- 120 ml Olivenöl
- 5 Tropfen ätherisches Öl, etwa Pfefferminz oder Eukalyptus

Welches Öl du am besten verwendest
Das Öl ist mehr als nur Träger. Es pflegt die Haut, transportiert Wirkstoffe und sorgt für die typische geschmeidige Konsistenz. Welches du nimmst, hängt vom Hauttyp ab:
- Mandelöl – mild, zieht gut ein, gut für trockene und empfindliche Haut
- Olivenöl – reichhaltig, etwas schwer, perfekt für Knie und Ellenbogen
- Kokosöl – riecht herrlich, leicht antibakteriell, fest unter 24 Grad
- Jojobaöl – kommt dem hauteigenen Talg sehr nah, gut für Mischhaut
- Arganöl – das Premium-Öl, sehr pflegend, etwas teurer
So benutzt du den Scrub richtig
Auch das beste Peeling kann die Haut reizen, wenn du es falsch anwendest. Die Faustregeln:
- Einmal pro Woche reicht für die meisten Hauttypen, bei sehr empfindlicher Haut alle 10 bis 14 Tage
- Auf feuchter Haut anwenden – kurz duschen, dann mit kreisenden Bewegungen einmassieren
- Kein Druck – das Peeling-Korn macht die Arbeit, du musst nicht reiben wie beim Putzen
- Heikle Stellen aussparen – Brust, Bauch und Innenseite der Oberschenkel mit Vorsicht
- Gründlich abspülen und danach eincremen, sonst trocknet die Haut aus
Häufige Fehler beim Selbermachen
Damit dein erstes Glas nicht in der Tonne landet:
- Wasser im Rezept – ohne Konservierer wachsen Keime sofort. Reine Öl-Zucker-Mischungen halten viel länger.
- Zu fein gemahlenes Salz – ergibt eine harte Paste, die schwer aufzutragen ist.
- Frisches Obst dazumischen – verkürzt die Haltbarkeit auf wenige Tage.
- Zu viel ätherisches Öl – maximal 5 bis 8 Tropfen auf 200 g Scrub. Sonst reizt es die Haut.
- In der Dusche stehen lassen – Wasser und Wärme machen das Peeling schnell ungenießbar.
Lagerung und Haltbarkeit
Reine Öl-Zucker- oder Öl-Salz-Mischungen halten in einem dicht schließenden Schraubglas etwa drei bis vier Wochen, im Kühlschrank sogar bis zu zwei Monate. Wer Honig oder frische Zutaten dazumischt, verkürzt die Haltbarkeit auf zwei Wochen.
Beschrifte das Glas mit dem Herstellungsdatum. Wenn der Scrub komisch riecht oder die Farbe wechselt, weg damit. Sicherheit vor Sparsamkeit.
Variationen und Erweiterungen
Wer das Grundrezept beherrscht, kann variieren. Ein paar Ideen:
- Mit Honig – wirkt sanft pflegend, klebt aber leicht
- Mit Tonerde – ein Esslöffel Heilerde macht den Scrub klärend
- Mit getrockneten Kräutern – Lavendelblüten oder Rosenblätter sehen schön aus und duften
- Als Gesichtsversion – feiner Zucker statt Salz, mildes Mandelöl, weniger ätherisches Öl
- Als Geschenk – schönes Schraubglas, beschriftetes Etikett, kleines Holzlöffelchen
Mehr DIY-Pflege selber machen
Wer einmal sein eigenes Peeling gemacht hat, schaut oft auch auf andere Pflegeprodukte. Im Beitrag Naturkosmetik selber machen findest du den größeren Überblick. Für Hände speziell gibt es eine eigene Anleitung im Beitrag Handpeeling selber machen.
Fazit: Drei Zutaten, große Wirkung
Bodyscrub selber zu machen ist eine dieser DIY-Aktionen, bei denen du dich fragst, warum du das nicht schon längst tust. Fünf Minuten Aufwand, ein Glas Scrub für ein paar Wochen, deutlich weniger Mikroplastik im Abwasser und eine Haut, die danach genauso glatt ist wie nach dem Drogerie-Produkt. Probier den Zucker-Scrub als Einsteiger, schau wie deine Haut reagiert und steig dann auf Kaffee oder Salz um, wenn du Lust hast.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich Bodyscrub anwenden?
Einmal pro Woche reicht für normale Haut. Bei empfindlicher Haut nur alle 10 bis 14 Tage, bei sehr trockener oder rauer Haut (Knie, Ellenbogen) zweimal pro Woche.
Welcher Hauttyp verträgt welchen Scrub?
Empfindliche Haut verträgt Zucker am besten, weil er sich beim Massieren auflöst. Robustere Hautstellen vertragen Salz oder Kaffee. Im Gesicht nur feine Mischungen verwenden, am besten Zucker plus Mandelöl.
Kann ich den Scrub auch im Gesicht benutzen?
Beim Bodyscrub eher nein – die Körnung ist meist zu grob. Eine eigene Gesichtsversion mit feinem Zucker, mildem Öl und ohne ätherisches Öl ist besser. Bei sehr empfindlicher Haut (Akne, Rosacea) ganz darauf verzichten.
Verstopft der Scrub den Abfluss?
Salz löst sich in Wasser auf, Zucker auch. Kaffeesatz dagegen nicht. Wenn du den Kaffee-Scrub regelmäßig nutzt, hilft ein Sieb im Abfluss. Sonst sammelt sich der Satz im Rohr.
Brauche ich nach dem Peeling eine Creme?
Ja, unbedingt. Auch wenn der Scrub Öl enthält, trocknet die Haut nach dem Abspülen leicht aus. Bodylotion oder Bodybutter direkt nach dem Duschen einmassieren – dann zieht alles am besten ein.
