- Einen Briefumschlag selbst zu machen dauert nur wenige Minuten und kostet fast nichts.
- Altes Papier, Zeitungsseiten oder Magazinseiten lassen sich prima recyceln – gut für die Umwelt.
- Mit einer ausgedruckten Vorlage (DIN C6 oder C5) gelingt das Falten auch ohne Vorkenntnisse.
- Selbst gemachte Umschläge heben sich optisch ab und machen jeden Brief persönlicher.
- Das Grundprinzip ist simpel: Papier zuschneiden, Kanten falten, seitlich und unten kleben.
Warum Briefumschlag selber machen?
Klar, Briefumschläge gibt es im Zehnerpack für ein paar Cent im Supermarkt. Trotzdem lohnt es sich, sie selbst herzustellen – und zwar aus mehreren Gründen gleichzeitig.
Erstens der optische Unterschied: Ein selbst gefalteter Umschlag aus hochwertigem Papier, einem alten Notenblatt oder einer schicken Magazinseite sieht einfach besonderer aus als der weiße Massenumschlag. Wer jemandem etwas Schönes schickt, will das auch von außen zeigen.
Zweitens der Nachhaltigkeitsfaktor. Industriell hergestellte Briefumschläge werden oft aus frischem Zellstoff produziert, sind häufig gebleicht und kommen in Plastikverpackungen. Wenn du stattdessen Papierreste, alte Zeitschriften oder bereits bedrucktes Papier nutzt, sparst du Ressourcen. Das passt zum Grundgedanken von Zero Waste im Alltag: nichts wegwerfen, was sich noch verwenden lässt.
Drittens – und das unterschätzen viele – macht es einfach Spaß. Einmal das Prinzip verstanden, ist ein Briefumschlag in drei Minuten gefaltet.
Was du brauchst: Materialien im Überblick
Du musst nichts Besonderes kaufen. Das meiste liegt wahrscheinlich schon bei dir zuhause:
- Papier – DIN A4 oder größer reicht für die meisten Standardgrößen. Ideal: 80–120 g/m², also normales Druckerpapier bis leichter Karton. Zu dünn reißt beim Falten, zu dick lässt sich nicht mehr gut kleben.
- Schere oder Cutter – Für saubere, gerade Schnitte. Ein Cutter mit Lineal gibt präzisere Kanten.
- Lineal – Unverzichtbar. Ohne Lineal wirst du schiefe Kanten bekommen.
- Bleistift – Zum Anzeichnen der Faltlinien vor dem Schneiden.
- Kleber – Normaler Pritt-Stift oder doppelseitiges Klebeband. Für einen echten Briefverschluss: Arabischer Gummi oder Wasserglas-Lösung (beides wiederbefeuchtbar).
- Falzbein oder Buttermesser – Optional, aber Faltlinien werden damit deutlich sauberer.
Das war’s wirklich. Keine Spezialwerkzeuge, keine Kosten, kein extra Einkauf nötig.
Briefumschlag falten – Schritt für Schritt

Das folgende Verfahren ergibt einen Umschlag im Format C6 (für DIN A6-Karten oder zusammengefaltete A4-Briefe). Du brauchst ein Blatt DIN A4-Papier (21 × 29,7 cm).
Schritt 1: Papier zuschneiden
Schneide das Papier auf 22 × 28 cm zu. Damit hast du etwas Spielraum für den Beschnitt. Lege es querformat vor dich hin.
Schritt 2: Seitenklappen anzeichnen
Miss von links und rechts je 4 cm und zeichne eine senkrechte Linie mit Bleistift an. Das sind deine Seitenklappen. Ritze die Linie leicht mit dem Falzbein an – das macht das Knicken sauber.
Schritt 3: Unterklappe anlegen
Falte die untere Kante etwa 8 cm nach oben. Diese Fläche bildet den Boden des Umschlags. Knicke die Falte scharf, am besten mit dem Falzbein nachfahren.
Schritt 4: Seitenklappen einfalten
Falte jetzt die linke und rechte Seitenklappe nach innen – so weit, dass sie den Rand der Unterklappe leicht überlappen. Drücke fest an.
Schritt 5: Seitenklappen kleben
Klappe die Seitenstreifen wieder auf. Trage Kleber auf die Innenseite der Seitenklappen auf – jeweils nur auf den unteren Teil, der mit der Unterklappe überlappt. Falte die Seitenklappen wieder zurück und drücke fest. Halte kurz mit dem Finger nach.
Schritt 6: Unterklappe festkleben
Klebe nun die Unterklappe fest: Kleber auf die Außenseite der Seitenklappen (unten), dann die Unterklappe hochklappen und andrücken. Damit entsteht die Tasche des Umschlags.
Schritt 7: Verschlussklappe formen
Der obere Überstand ist deine Verschlussklappe. Schneide ihn in eine schöne Form – gerade, abgerundet oder als Dreieck. Typisch ist ein gleichmäßiger Bogen. Wenn du möchtest, dass die Klappe wie ein echter Briefumschlag klebt: Trage Arabischen Gummi auf und lass ihn trocknen. Beim Verschließen kurz anfeuchten – fertig.
Gesamtmaße des fertigen Umschlags: ca. 15,5 × 11 cm – das entspricht dem Format C6 und passt für DIN A6-Karten sowie für einen Brief, den du einmal in der Mitte und einmal quer gefaltet hast.
Briefumschlag aus Zeitungspapier oder Magazinen
Noch nachhaltiger wird es, wenn du Altpapier verwendest. Alte Zeitungen, bunte Magazinseiten, Landkarten, Notenblätter oder bedrucktes Geschenkpapier eignen sich alle hervorragend. Das ist konsequentes Upcycling im Kleinen.
Beim Arbeiten mit Zeitungspapier gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten:
- Papiergewicht prüfen: Zeitungspapier ist sehr dünn (40–52 g/m²). Doppelt falten macht den Umschlag stabiler – einfach eine zweite Lage einlegen.
- Kleber wählen: Stärkekleister hält besser als Pritt auf glattem Magazinpapier. Alternativ: doppelseitiges Klebeband.
- Seitenverhältnis beachten: Magazinseiten sind oft DIN A4-Format (21 × 28 cm). Du kannst die gleiche Anleitung wie oben verwenden.
- Lesbarkeit sichern: Wenn du Zeitungsseiten nimmst, achte darauf, dass der Druck auf der Außenseite nicht zu ablenkt. Klebeadresse und Briefmarke müssen klar sichtbar sein.
Für Einladungen oder besondere Grußkarten sehen Seiten aus Vintage-Modezeitschriften oder alten Landkarten besonders schön aus. Das Basteln wird dabei gleich zum kreativen Erlebnis.
Briefumschlag verzieren und personalisieren
Wer schon selbst faltet, kann auch gleich verzieren. Das dauert nur ein paar Minuten extra und macht einen riesigen Unterschied beim Empfänger.
Einige Ideen:
- Stempel: Ein einfacher Holzstempel mit Herz, Pflanze oder Monogramm gibt jedem Umschlag Charakter. Stempelfarbe auf wasserfester Basis hält am besten.
- Schnur oder Bindfaden: Einen einfachen Faden um den Umschlag wickeln und mit einem Siegel aus Siegelwachs verschließen – sieht aus wie ein handgeschriebener Brief aus einem anderen Jahrhundert.
- Aquarellfarbe: Einen Farbverlauf mit einem breiten Aquarellpinsel über einen weißen Umschlag ziehen. Trocknen lassen, fertig.
- Collage: Aus Zeitungsausschnitten, Briefmarken oder botanischen Illustrationen eine Mini-Collage auf dem Umschlag aufkleben.
- Handschrift betonen: Die Adresse mit einem guten Fineliner oder Brush Pen schreiben. Kursiv oder in Blockbuchstaben – beides wirkt hochwertiger als normaler Kugelschreiber.
Wichtig: Alles, was du auf den Umschlag klebst oder zeichnest, darf die Adresse und die Freimachezone (oben rechts) nicht überdecken. Das ist eine Vorgabe der Post.
Vorlage ausdrucken – so gehts
Wenn du lieber mit einer genauen Vorlage arbeitest, gibt es zwei Wege.
Vorlage selbst erstellen (einfach):
Öffne ein Textverarbeitungsprogramm oder eine kostenlose App wie LibreOffice Draw. Erstelle ein Rechteck von 22 × 28 cm. Zeichne darin die Faltlinien ein (je 4 cm von links und rechts, 8 cm von unten). Drucke das auf normalem A4-Papier aus. Die Linien dienen nur als Orientierung – du schneidest und faltest entlang dieser Markierungen.
Vorlage online herunterladen:
Es gibt kostenlose Briefumschlag-Vorlagen als PDF auf verschiedenen Bastelblog-Seiten. Suchbegriff: „Briefumschlag Vorlage PDF ausdrucken DIN C6“. Diese Vorlagen zeigen die Schnittlinien (durchgezogene Linie) und Faltlinien (gestrichelte Linie) direkt auf dem Ausdruck.
Drucktipps:
- Druckerpapier mit mindestens 90 g/m² verwenden – dünneres Papier wird beim Falten brüchig.
- Vorlage im Maßstab 1:1 drucken (nicht „an Seite anpassen“ auswählen).
- Vor dem Ausschneiden kurz prüfen, ob die Maße stimmen – Drucker können leicht skalieren.
- Farbige Vorlagen auf hellem Papier drucken, damit die Schnittlinien erkennbar bleiben.
Mit einer ausgedruckten Vorlage schaffst du mehrere identische Umschläge hintereinander – perfekt für selbst gebastelte Einladungen oder Grußkarten in Serie.
Fazit
Einen Briefumschlag selber machen ist kein Hexenwerk. Mit einem Blatt Papier, einer Schere und etwas Kleber hast du in unter fünf Minuten einen funktionalen Umschlag, der außerdem schöner aussieht als das generische Massenprodukt.
Der Nachhaltigkeitsgewinn ist real: Du vermeidest frische Rohstoffe, gibst alten Papieren ein zweites Leben und brauchst keine Plastikverpackung. Das Briefumschlag selber machen passt damit nahtlos in einen bewussteren Umgang mit Ressourcen – ohne dass du dafür viel Zeit oder Geld investieren musst.
Starte mit dem klassischen C6-Format nach der Schritt-für-Schritt-Anleitung oben. Wenn das sitzt, kannst du mit Formaten, Materialien und Verzierungen experimentieren. Und wer regelmäßig Karten verschickt, druckt sich einfach eine Vorlage aus und legt los.
FAQ
Welches Papier eignet sich am besten für selbst gemachte Briefumschläge?
Am besten eignet sich Papier mit einem Gewicht von 80–120 g/m². Das ist fest genug zum Falten, lässt sich aber noch gut schneiden und kleben. Normales Druckerpapier (80 g/m²) funktioniert gut, leichter Karton (120 g/m²) macht den Umschlag noch stabiler. Zu dünnes Papier (unter 70 g/m²) reißt leicht an den Faltkanten.
Kann ich einen Briefumschlag aus DIN A4 basteln?
Ja, und zwar sehr gut. Ein DIN A4-Blatt reicht für einen Umschlag im Format C6 (für A6-Karten oder gefaltete Briefe) oder im Format DL (für gefaltete A4-Briefe). Du musst das Blatt lediglich auf die passenden Maße zuschneiden – die genauen Maße sind in der Anleitung oben beschrieben.
Wie klebe ich den Umschlag so, dass er sich später wieder mit Feuchtigkeit verschließen lässt?
Für einen wiederbefeuchtbaren Verschluss trage Arabischen Gummi oder Gummiarabikum auf die Innenseite der Verschlussklappe auf und lass ihn vollständig trocknen. Beim Verschließen kurz mit einem feuchten Finger oder Schwamm befeuchten – der Kleber wird reaktiviert. Alternativ funktioniert auch verdünnter Holzleim (1:1 mit Wasser).
Darf ich selbst gemachte Briefumschläge bei der Deutschen Post frankieren?
Ja, grundsätzlich schon. Die Post akzeptiert selbst hergestellte Briefumschläge, solange die Mindestmaße eingehalten werden (mindestens 100 × 70 mm), die Adresse klar lesbar ist und die Freimachezone (oben rechts) frei bleibt. Bei sehr dunklem oder gemustertem Papier kann die automatische Adresslesung schwierig sein – in dem Fall lieber einen weißen Adressaufkleber verwenden.
