Q ist ein schwieriger Buchstabe. Im Alphabet steht er unauffällig zwischen P und R – und im Pflanzenreich ist er genauso rar. Wer eine Liste aller Pflanzen mit Q aufstellen will, merkt schnell: Es gibt sie, aber du musst genau hinschauen. Manche verstecken sich hinter ihrem wissenschaftlichen Namen, andere sind echte Alltagspflanzen, die du vermutlich schon kennst – nur ohne zu wissen, dass sie mit Q anfangen.
Genau das macht diese Liste spannend. Du bekommst hier keine aufgeblähte Masse, sondern sechs Pflanzen, die wirklich unter Q laufen – von der klassischen Gartenquitte über den wilden Quendel bis hin zur trendigen Quinoa. Und zu jeder gibt es mehr als nur einen Satz.
- Es gibt nur wenige Pflanzen, die mit Q beginnen – darunter echte Gartenschätze.
- Die Quitte ist der Klassiker: robust, schön und in der Küche vielseitig einsetzbar.
- Quendel (Wilder Thymian) wächst genügsam und ist für Insekten Gold wert.
- Quecke ist ein hartnäckiges Wildgras – gut zu kennen, damit du es erkennst und kontrollierst.
- Quellkraut (Brunnenkresse) braucht feuchten Boden, liefert dafür scharfes Aroma und viele Nährstoffe.
- Quinoa lässt sich auch im deutschen Garten anbauen – mit etwas Geduld.
- Quebracho ist ein südamerikanischer Baum – als exotische Rarität der Vollständigkeit halber erwähnt.
Quitte (Cydonia oblonga)
Die Quitte ist das Aushängeschild unter den Gartenpflanzen mit Q. Ihr Ursprung liegt in Westasien – Persien und der Kaukasusregion gelten als ihre Heimat – aber sie hat sich längst in europäischen Gärten heimisch gemacht. Wer einen Quittenbaum hat, hat etwas Besonderes: einen Baum, der im Frühling mit weißen bis zartrosa Blüten überzieht und im Herbst goldgelbe, duftende Früchte trägt.
Roh essen kannst du Quitten in den meisten Sorten nicht. Das Fruchtfleisch ist hart, adstringierend und bitter. Aber einmal gegart – als Gelee, Marmelade, Chutney oder im Ofen geröstet – entfalten Quitten ein intensives, blumig-säuerliches Aroma, das Äpfel und Birnen in den Schatten stellt.
Im Garten ist die Quitte anspruchslos. Sie verträgt viele Böden, kommt mit mäßiger Feuchtigkeit aus und braucht keinen aufwendigen Schnitt. Ein sonniger bis halbschattiger Standort reicht. Wichtig: Quitten sind weitgehend selbstfruchtbar, tragen aber deutlich mehr, wenn ein zweiter Baum in der Nähe steht.
Steckbrief Quitte
- Botanischer Name: Cydonia oblonga
- Wuchshöhe: 3–6 Meter (je nach Unterlage)
- Standort: Sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden
- Ernte: Oktober–November
- Besonderheit: Hoher Pektingehalt – ideal zum Einkochen
Quendel – Wilder Thymian (Thymus serpyllum)
Quendel klingt altmodisch, und das ist er auch – im besten Sinne. Unter diesem Namen kennen ihn die wenigsten, dabei ist er weit verbreitet: Thymus serpyllum, der Wilde Thymian, wächst auf trockenen Magerwiesen, Heideflächen und Felsböden quer durch Mitteleuropa.
Optisch ist er eine Augenweide. Der kriechende Halbstrauch bildet dichte Polster aus kleinen, ovalen Blättchen. Im Sommer öffnen sich unzählige winzige rosa bis violette Blüten – und dann summt und brummt es rund um die Pflanze. Quendel ist eine der besten Trachtpflanzen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die du in einen Garten pflanzen kannst.
Kulinarisch ist er dem Küchen-Thymian sehr ähnlich, aber feiner und weniger intensiv. Du kannst ihn frisch oder getrocknet verwenden – in Kräutertees, zu Fleischgerichten oder einfach als Gewürzkraut. Die Blätter enthalten ätherische Öle mit leicht antiseptischer Wirkung, was Quendel auch in der Volksmedizin einen festen Platz gegeben hat.
Im Garten ist er pflegeleicht bis anspruchslos. Magerer, gut durchlässiger Boden und volle Sonne – mehr braucht er nicht. Zuviel Wasser und zu reichhaltige Böden mögen ihm nicht.
Steckbrief Quendel
- Botanischer Name: Thymus serpyllum
- Wuchshöhe: 5–15 cm
- Standort: Vollsonnig, trockener bis mäßig trockener Boden
- Blütezeit: Juni–August
- Besonderheit: Tolle Bienenweide, auch als Bodendecker geeignet
Quecke (Agropyron repens / Elymus repens)
Die Quecke ist die ungebetene Gärtnerin unter den Pflanzen mit Q. Als hartnäckiges Wildgras taucht sie in Beeten, Rasen und Pflanzflächen auf – und wenn sie einmal da ist, macht sie sich breit. Ihr Geheimnis liegt unter der Erde: ein weitverzweigtes Netz aus weißen, horizontal wachsenden Rhizomen, aus denen bei jeder Gelegenheit neue Triebe schießen.
Jedes abgerissene Stück Rhizom kann eine neue Pflanze bilden. Deshalb ist umgraben ohne sorgfältiges Entfernen der Wurzeln kontraproduktiv – es vermehrt das Problem eher. Besser: Rhizome geduldig mit der Hand herausnehmen, über mehrere Wochen wiederholen.
Die Quecke hat aber auch eine gute Seite: Ihre tiefen Wurzeln lockern verdichtete Böden, und als Erosionsschutz auf Böschungen ist sie sogar wertvoll. In der Volksmedizin galten die getrockneten Rhizome als harntreibendes Mittel.
Steckbrief Quecke
- Botanischer Name: Elymus repens (syn. Agropyron repens)
- Wuchshöhe: 30–120 cm
- Verbreitung: Ganz Europa, bevorzugt nährstoffreiche Böden
- Besonderheit: Stark ausläufertreibend – konsequente Rhizom-Kontrolle notwendig
Quellkraut / Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
Das Quellkraut – besser bekannt als Brunnenkresse – ist eine der ältesten Nutzpflanzen Europas. Schon die Römer kannten und schätzten sie. Heute findet man sie wild an Bachufern, Quellen und feuchten Gräben, wo das Wasser kühl und sauber ist.
Ihren typisch scharfen, pfeffrigen Geschmack verdankt sie Senfölglykosiden – denselben Verbindungen, die auch Kapuzinerkresse und Meerrettich ihren Biss geben. Der Schärfegrad ist mild bis mittelstark, je nach Erntezeitpunkt. Junge Blätter im Frühjahr schmecken feiner, ältere im Sommer kräftiger.
Brunnenkresse ist ein echtes Superfood: reich an Vitamin C, Vitamin K, Beta-Carotin, Kalzium und Eisen. Als frischer Salat, in Smoothies oder als Pesto ist sie kaum zu schlagen. Leicht gewürzt, mit etwas Zitrone – fertig.
Im Garten wächst sie nur unter sehr spezifischen Bedingungen gut: feuchter bis nasser Boden, idealerweise fließendes Wasser, halbschattig bis sonnig. In einem Teich oder Bachbettimitat an der Gartengrenze funktioniert sie gut.
Steckbrief Quellkraut / Brunnenkresse
- Botanischer Name: Nasturtium officinale
- Wuchshöhe: 10–60 cm
- Standort: Feucht bis nass, halbschattig, am besten an fließendem Wasser
- Ernte: März–Oktober (vor der Blüte am besten)
- Besonderheit: Hoher Nährstoffgehalt, scharfes Aroma
Quinoa als Gartenpflanze (Chenopodium quinoa)
Quinoa ist kein Getreide, auch wenn sie oft so behandelt wird. Botanisch gehört sie zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), ist also eher mit Spinat und Mangold verwandt. Als Pseudogetreide liefert sie aber alle essentiellen Aminosäuren – und das macht sie so wertvoll.
In den Hochanden Perus und Boliviens wird sie seit Jahrtausenden angebaut. Im deutschen Garten ist sie möglich, aber anspruchsvoller als klassisches Gemüse. Quinoa braucht einen langen, warmen Sommer ohne zu viel Feuchtigkeit zur Reifezeit. Sie ist frostempfindlich, verträgt dafür leichte Trockenheit gut.
Du säst sie ab Mitte April nach draußen oder ziehst sie ab März drinnen vor. Die Pflanzen werden hoch – bis zu zwei Meter – und bilden im Sommer auffällige, kolbenförmige Blütenstände in Weiß, Gelb oder Rot. Optisch machen sie im Beet einiges her.
Geerntet wird im September, wenn die Samen reif und trocken sind. Wichtig: Frisch geerntete Quinoa muss gründlich gewaschen werden, um Saponine (bittere Schutzsubstanzen) zu entfernen. Danach schmeckt sie mild-nussig.
Steckbrief Quinoa
- Botanischer Name: Chenopodium quinoa
- Wuchshöhe: 100–200 cm
- Standort: Vollsonnig, durchlässiger Boden
- Aussaat: März (innen) oder ab Mitte April (außen)
- Besonderheit: Vollständiges Aminosäureprofil, dekorativ und essbar
Quebracho – der Eisenbaum aus Südamerika
Quebracho rundet die Liste ab – als exotische Rarität, die zwar nicht im deutschen Garten wächst, aber zu einer vollständigen Übersicht der Pflanzen mit Q gehört. Der Name kommt aus dem Spanischen: „quebracha“ bedeutet so viel wie „Axte brechen“ – ein Hinweis auf die legendäre Härte seines Holzes.
In Südamerika wächst der Quebracho-Baum (vor allem Schinopsis quebracho-colorado und Aspidosperma quebracho-blanco) in den trockenen Wäldern des Gran Chaco. Sein Holz zählt zu den härtesten und schwersten der Welt – es sinkt in Wasser. In Europa kennt man Quebracho hauptsächlich als Gerbstofflieferant: Quebrachoextrakt wird in der Lederindustrie genutzt.
Steckbrief Quebracho
- Botanischer Name: Schinopsis quebracho-colorado (Roter Quebracho)
- Heimat: Südamerika (Argentinien, Paraguay, Bolivien)
- Besonderheit: Eines der härtesten Hölzer der Welt, sinkt in Wasser
- Im Garten: Nicht kultivierbar in Mitteleuropa
Praxistipps: Was du mit Pflanzen mit Q im Garten anfangen kannst
Auch wenn die Q-Liste kurz ist – sie hat praktisches Potenzial. Ein paar Ideen, wie du die Pflanzen sinnvoll einsetzt:
- Quitte als Solitärbaum: Ein Quittenbaum ist pflegeleicht, schön und liefert jedes Jahr Früchte für Gelee und Marmelade. Gut geeignet auch für kleinere Gärten auf schwachwüchsiger Unterlage.
- Quendel als Bodendecker: Statt Rasen auf sonnigen, trockenen Flächen einfach Quendel ansäen oder pflanzen. Pflegeleicht, duftend und für Insekten wertvoll.
- Quinoa als Sichtschutz: Hochgewachsen und auffällig – Quinoa eignet sich auch als Saisonaler Sichtschutz im Beet. Mit dem Bonus, dass du im Herbst die Samen erntest.
- Quecke konsequent entfernen: Wenn sie sich einmal im Beet festgesetzt hat, sofort handeln. Regelmäßiges, gründliches Herausziehen der Rhizome ist effizienter als Chemie.
- Brunnenkresse am Teichrand: Wer einen Gartenteich hat, kann am Rand Brunnenkresse etablieren – sie sieht gut aus, liebt das Wasser und liefert frisches Würzkraut.
Fazit
Pflanzen mit Q sind selten – aber nicht bedeutungslos. Die Quitte ist ein Klassiker, der in keinen naturnahen Garten fehlen sollte. Quendel ist ein Bodendeckergenie für Insekten und Menschen gleichermaßen. Brunnenkresse macht was, wenn die Bedingungen stimmen. Und Quinoa lohnt sich als Experiment für alle, die gerne Neues ausprobieren.
Q steht vielleicht am Ende des Alphabets in der Pflanzenwelt – aber die Pflanzen, die dort stehen, haben echten Charakter.
FAQ – Häufige Fragen zu Pflanzen mit Q
Welche Pflanzen beginnen mit Q?
Die bekanntesten Pflanzen mit Q sind: Quitte (Cydonia oblonga), Quendel (Thymus serpyllum), Quecke (Elymus repens), Quellkraut/Brunnenkresse (Nasturtium officinale) und Quinoa (Chenopodium quinoa). Als exotische Ergänzung gilt der Quebracho-Baum aus Südamerika.
Kann man Quitten roh essen?
Die meisten Quittensorten sind roh kaum genießbar – das Fruchtfleisch ist hart, adstringierend und bitter. Einige wenige Sorten wie ‚Leskovac‘ sind rohessbar. Klassisch werden Quitten zu Gelee, Marmelade oder Mus verarbeitet, wo sie ihr volles Aroma entfalten.
Was ist der Unterschied zwischen Quendel und Thymian?
Quendel (Thymus serpyllum) ist der Wilde Thymian und wächst als niedrig kriechende Pflanze auf Magerstandorten. Der Küchen-Thymian (Thymus vulgaris) ist aufrechter, intensiver im Aroma und stärker kultiviert. Beide enthalten ätherische Öle und sind essbar – Quendel ist aber feiner und perfekter für Bienen.
Wie baut man Quinoa im Garten an?
Quinoa braucht einen sonnigen Standort, durchlässigen Boden und möglichst trockene Erntebedingungen. Aussaat ab Mitte April direkt ins Freie oder Voranzucht ab März. Die Pflanzen werden bis zu zwei Meter hoch und reifen im September. Nach der Ernte die Samen gründlich waschen, um Bitterstoffe (Saponine) zu entfernen.
