Pudding aus der Tüte kennt jeder. Aufkochen, Pulver rein, kurz rühren – fertig. Klingt praktisch, ist es auch. Aber wenn du mal einen Blick auf die Zutatenliste wirfst, findest du neben Zucker und Stärke oft auch Farbstoffe, Aromen und Stabilisatoren, die kein Mensch wirklich braucht. Dazu kommt die Verpackung: Kunststoffbeutel, Alufolie, Karton – für zwei Portionen Pudding.
Pudding selber machen ist keine Hexerei. Du brauchst Milch, Speisestärke, Zucker und je nach Geschmack Kakao oder Vanille. Das sind vier bis fünf Zutaten, die du wahrscheinlich schon zuhause hast. Der Unterschied im Geschmack ist deutlich – cremiger, voller, echter. Und das Ergebnis kostet dich vielleicht 30 Cent pro Portion statt 80 Cent für die Tüte.
In diesem Artikel zeige ich dir das Grundrezept sowie vier Variationen: Schokolade, Vanille, Karamell und vegan. Außerdem erfährst du, wie du Pudding richtig aufbewahrst und welche kleinen Fehler du vermeiden solltest.
- Pudding selber machen geht mit 4 Zutaten: Milch, Speisestärke, Zucker und Aroma
- Das Grundrezept funktioniert für alle Variationen – Schokolade, Vanille, Karamell
- Veganer Pudding gelingt genauso gut mit Hafer-, Soja- oder Mandelmilch
- Selbstgemachter Pudding ist günstiger, verpackungsärmer und geschmacklich überlegen
- Im Kühlschrank hält er sich bis zu 3 Tage – am besten direkt auf der Oberfläche abgedeckt lagern
Grundrezept: Pudding selber machen
Das Basisrezept liefert einen neutralen Pudding, den du nach Belieben aromatisieren kannst. Für 2 große oder 3 kleine Portionen brauchst du folgendes:
- 500 ml Vollmilch (oder Pflanzenmilch)
- 3–4 EL Speisestärke (ca. 30–40 g)
- 3–4 EL Zucker (nach Geschmack anpassen)
- 1 Prise Salz
- Aroma nach Wahl (Vanille, Kakao, Zimt)
So gehst du vor: Zuerst etwa 4–5 EL der kalten Milch in eine kleine Schüssel geben und die Speisestärke darin glatt rühren. Keine Klümpchen – das ist der einzige Schritt, bei dem du wirklich aufpassen musst. Stärke löst sich in kalter Flüssigkeit viel besser als in heißer.
Den Rest der Milch mit Zucker und Salz in einem Topf auf mittlerer Hitze erhitzen. Wenn die Milch heiß ist (kurz vor dem Kochen), die angerührte Stärke unter ständigem Rühren eingiessen. Jetzt kommt der entscheidende Moment: Weiter rühren, bis der Pudding spürbar eindickt. Das dauert 1–2 Minuten. Sobald er Blasen wirft, noch 30 Sekunden kochen lassen, dann vom Herd nehmen.
Pudding sofort in Schälchen füllen. Wenn du keine Haut willst, Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche legen. Wenn dir die Puddinghat gefällt, einfach offen abkühlen lassen – sie entsteht ganz von selbst. Das Rezept gelingt beim ersten Mal, wenn du diese Reihenfolge einhältst und beim Einrühren nicht aufhörst zu rühren.
Das Schöne an diesem Grundrezept: Du kannst die Zuckermenge anpassen, ohne dass die Konsistenz leidet. Die Festigkeit kommt ausschließlich von der Stärke, nicht vom Zucker.
Schokoladenpudding selber machen
Schokoladenpudding ist die beliebteste Variante – und das zu Recht. Du kannst ihn auf zwei Arten zubereiten: mit Kakao oder mit echter Schokolade. Beide funktionieren, aber das Ergebnis schmeckt unterschiedlich.
Variante 1 mit Kakao: 2–3 EL ungesüßtes Kakaopulver zur Stärke-Milch-Mischung geben. Kakao lässt sich am besten in etwas warmer Milch auflösen, bevor du ihn zur Stärke gibst. Das gibt einen kräftigen, leicht bitteren Schokogeschmack. Je mehr Kakao, desto intensiver wird das Ergebnis.
Variante 2 mit Schokolade: 60–80 g dunkle Schokolade (mind. 60 % Kakao) grob hacken und am Ende – wenn der Pudding vom Herd kommt – einrühren, bis sie vollständig schmilzt. Das ergibt einen samtigen, vollmundigen Pudding mit mehr Tiefe. Ideal für alle, die es reichhaltiger mögen.
Tipp: Wer es weniger süß mag, nimmt 85 %-Schokolade und reduziert den Zucker auf 2 EL. Das ergibt einen Pudding, der eher an Mousse au Chocolat erinnert – dunkel, intensiv, fast schon erwachsen. Mit einem Klecks geschlagener Sahne obendrauf ein echter Nachtisch.
Auch der ökologische Aspekt spielt hier eine Rolle: Fairtrade-Kakao und nachhaltig produzierte Schokolade machen dieses Rezept nicht nur leckerer, sondern auch verantwortungsvoller. Mehr dazu, woran du solche Produkte erkennst, erfährst du im Artikel über Fairtrade-Siegel und was sie wirklich bedeuten.
Vanillepudding selber machen

Vanillepudding selber machen ist mit echter Vanille ein anderes Erlebnis als jedes Fertigpulver. Das Aroma ist wärmer, komplexer und nicht so eindimensional-süß. Wer einmal echten Vanillepudding probiert hat, versteht warum.
Für echten Vanillepudding nimmst du 1 Vanilleschote. Die Schote längs aufschneiden und das Mark mit einem Messer herausschaben. Das Mark zusammen mit der ausgekratzten Schote in die Milch geben und auf mittlere Hitze bringen. Lass die Milch 5–10 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen – dann überträgt sich das Aroma optimal in die Milch. Die Schote herausnehmen, bevor du die Stärke einrührst.
Falls du keine Vanilleschote zur Hand hast, geht auch echtes Vanilleextrakt (1 TL) oder Vanillepaste. Vanillezucker aus dem Supermarkt enthält dagegen meist nur synthetisches Vanillin – erkennbar am Wort „Vanillin“ auf der Zutatenliste. Kein Drama, aber kein Vergleich zur echten Schote.
Der Pudding bekommt durch die Vanilleschote kleine schwarze Pünktchen – das ist kein Fehler, sondern ein Zeichen echter Qualität. Viele Leute denken beim ersten Mal, etwas sei schiefgelaufen. Das Gegenteil ist der Fall.
Karamellpudding selber machen
Karamellpudding braucht einen Schritt mehr, weil du erst Zucker karamellisieren musst. Klingt aufwändiger als es ist – und das Ergebnis ist es wert.
So machst du es: 5 EL Zucker in einen Topf mit dickem Boden geben (kein Wasser nötig). Auf mittlere Hitze stellen und warten. Nicht rühren – nur wenn nötig den Topf schwenken. Nach 3–5 Minuten schmilzt der Zucker und wird goldbraun. Sobald er eine bernsteinfarbene Farbe hat und leicht nussig riecht, 50 ml Sahne oder Milch vorsichtig eingiessen. Vorsicht: Es spritzt und dampft. Den Topf kurz vom Herd nehmen, dann eingiessen und kräftig rühren, bis sich der Karamell aufgelöst hat.
Diese Karamellbasis jetzt in deine heiße Milchmischung einrühren. Den Rest des Rezepts wie gewohnt weiterführen: Stärke einrühren, eindicken lassen. Der Pudding hat eine warme, leicht bittere Süße, die sich gut von herkömmlichem Pudding unterscheidet.
Wer mag, kann am Ende einen Hauch Meersalz drüberstreuen – Salzkaramell ist kein Zufall, der Kontrast macht den Geschmack runder. Auch ein Spritzer Zitronensaft im Karamell verhindert das Kristallisieren und gibt eine leicht fruchtige Note.
Veganer Pudding – ohne Milch und Ei
Pudding selber machen geht hervorragend ohne tierische Produkte. Speisestärke bindet ohne Ei, und Pflanzenmilch verhält sich beim Erhitzen ähnlich wie Kuhmilch. Du musst beim Rezept nichts grundlegend ändern – nur die Milch tauschen.
Die besten Pflanzenmilch-Optionen für veganen Pudding:
- Hafermilch – cremig, leicht süßlich, ergibt einen vollmundigen Pudding. Beste Allround-Option und in Deutschland gut erhältlich.
- Sojamilch – proteinreich, bindet gut, neutraler Geschmack. Ideal wenn das Aroma (Kakao, Vanille) im Vordergrund stehen soll.
- Mandelmilch – leichter, weniger sättigend. Eignet sich gut für Vanillepudding, kann aber dünner werden.
- Kokosmilch (aus der Dose) – sehr reichhaltig, ergibt einen besonders cremigen Pudding mit leichtem Kokosaroma. Passt gut zu Schokolade oder Karamell.
Verwende für veganen Pudding dieselbe Menge Speisestärke wie im Grundrezept. Pflanzenmilchen variieren in Fettgehalt und Konsistenz – falls der Pudding zu flüssig bleibt, einfach 1 TL mehr Stärke in etwas kalter Pflanzenmilch lösen und einrühren. Das lässt sich leicht nachregeln.
Veganer Pudding schmeckt oft überraschend cremig – besonders mit Sojamilch. Kinder merken meistens keinen Unterschied.
Wer seinen Alltag generell verpackungsärmer gestalten will, findet im Artikel über Zero Waste im Alltag weitere praktische Tipps – von der Küche bis ins Badezimmer.
Pudding richtig aufbewahren
Selbstgemachter Pudding enthält keine Konservierungsstoffe, deshalb hält er sich kürzer als Fertigprodukte. Im Kühlschrank bleibt er 2–3 Tage frisch, wenn er richtig gelagert wird.
So bewahrst du Pudding optimal auf:
- In saubere, verschließbare Gläser oder Schälchen füllen
- Wenn du keine Haut möchtest: Frischhaltefolie direkt auf die Pudding-Oberfläche legen, sodass keine Luft drankommt
- Glas oder Schälchen abdecken, bevor es in den Kühlschrank kommt
- Nie bei Raumtemperatur länger als 2 Stunden stehen lassen
Einfrieren ist möglich, aber nicht ideal. Stärkebasierte Puddings können nach dem Auftauen wässrig werden und ihre cremige Konsistenz verlieren. Die Stärkeketten verändern sich beim Gefrieren – Fachleute nennen das Retrogradation. Das Ergebnis sieht aus wie abgelaufener Pudding und schmeckt auch so.
Falls du auf Vorrat kochen willst, lieber kleinere Portionen direkt frisch zubereiten. Das geht so schnell, dass es sich nicht lohnt, auf Vorrat zu frieren.
Tipp für Resteverwertung: Übriggebliebener Pudding lässt sich wunderbar als Creme zwischen Tortenschichten, als Füllung für Pfannkuchen oder als cremiges Topping auf Porridge verwenden. Nichts wegwerfen – Pudding ist vielseitig.
Fazit
Pudding selber machen ist kein aufwändiges Projekt – es ist ein 10-Minuten-Rezept mit vier Zutaten, die du sowieso zuhause hast. Das Ergebnis ist geschmacklich deutlich besser als jedes Tütenpulver, günstiger in der Herstellung und produziert keinen unnötigen Verpackungsmüll.
Das Grundrezept aus Milch, Speisestärke und Zucker kannst du endlos variieren: Schokolade, Vanille, Karamell, vegan – die Technik bleibt dieselbe. Einmal ausprobiert, wirst du den Tüten-Pudding kaum noch vermissen. Wer regelmäßig selbst kocht, merkt schnell, dass hausgemachter Pudding einer dieser kleinen Upgrades ist, die sich sofort lohnen.
Wer das Prinzip einmal verstanden hat – Stärke in kalter Flüssigkeit lösen, in heiße Masse einrühren, kurz aufkochen – kann es auf viele andere Rezepte übertragen. Crème brûlée, Pannacotta oder auch herzhafte Soßen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Ein Grundrezept, viele Möglichkeiten.
FAQ – Häufige Fragen zum Pudding selber machen
Welche Stärke nehme ich für Pudding?
Am häufigsten wird Maisstärke (z. B. Maizena) verwendet – sie ergibt einen klaren, leicht transparenten Pudding mit seidenartig glatter Konsistenz. Kartoffelstärke funktioniert ebenfalls, ergibt aber eine etwas festere, weniger cremige Textur. Weizenmehl ist kein Ersatz für Stärke – es bindet zwar, aber der Pudding schmeckt dann mehlig und trüb.
Warum wird mein Pudding nicht fest?
Meistens liegt es daran, dass zu wenig Stärke verwendet wurde oder die Masse nicht lange genug gekocht hat. Die Stärke muss wirklich aufkochen, damit sie vollständig bindet. Wenn der Pudding nach dem Abkühlen noch zu flüssig ist, einfach zurück in den Topf, 1 TL Stärke in etwas kalter Milch lösen und einrühren, dann erneut kurz aufkochen. Das lässt sich problemlos retten.
Kann ich Pudding ohne Zucker machen?
Ja. Du kannst normalen Zucker durch Ahornsirup, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker ersetzen – achte dabei darauf, dass Flüssigkeiten wie Sirup die Konsistenz leicht verändern können und du ggf. etwas mehr Stärke brauchst. Auch eine zuckerfreie Version mit Vanillearoma ist möglich, wenn du Pudding als neutrale Basis für andere Gerichte verwendest.
Kann ich Pudding auch ohne Milch machen?
Ja, alle Pflanzenmilch-Varianten funktionieren gut. Hafermilch und Sojamilch geben die cremigsten Ergebnisse. Kokosmilch aus der Dose ergibt einen besonders reichhaltigen Pudding. Nur bei sehr wasserreichen Pflanzenmilchen wie Reismilch kann es nötig sein, etwas mehr Stärke zu verwenden, damit die gewünschte Festigkeit erreicht wird.
Wie verhindere ich Klümpchen im Pudding?
Die Stärke immer zuerst in einem kleinen Teil der kalten Milch komplett auflösen, bevor sie in die heiße Milch kommt. Klümpchen entstehen fast immer, wenn Stärke direkt in heiße Flüssigkeit gegeben wird. Während des Einrührens konstant mit einem Schneebesen rühren – nicht aufhören, bis der Pudding eingedickt ist. Falls doch Klümpchen entstehen, Pudding durch ein feines Sieb streichen.
