Wer regelmäßig Pudding kocht, kennt das: Man greift in die Schublade – und die Packung ist leer. Oder man liest die Zutatenliste und fragt sich, was „modifizierte Stärke“, „Aromastoffe“ und „Farbstoff E160a“ eigentlich in einem Dessert zu suchen haben. Die gute Nachricht: Puddingpulver selber machen ist einfacher, als du denkst. Mit drei bis vier Grundzutaten, die du wahrscheinlich schon zu Hause hast, stellst du eine Vorratsmischung her, die monatelang hält – ohne Zusätze, ohne Verpackungsmüll, ohne Geduldsprobe beim Lesen der Inhaltsstoffe.
In diesem Artikel findest du Rezepte für Vanille-, Schoko- und Karamell-Puddingpulver, Tipps zur Lagerung und eine genaue Anleitung, wie du aus dem Vorrat einen fertigen Pudding kochst.
- Puddingpulver besteht im Kern aus Speisestärke – alles andere ist Zusatz oder Aroma
- Selbstgemachte Mischungen halten in verschlossenen Gläsern 6–12 Monate
- Drei Sorten lassen sich einfach herstellen: Vanille, Schoko und Karamell
- Mengenverhältnis für den Kochvorgang: ca. 35–40 g Pulver auf 500 ml Milch
- Vorratsgläser beschriften – Datum und Sorte, damit du den Überblick behältst
Was steckt eigentlich in gekauftem Puddingpulver?
Schau dir mal eine handelsübliche Puddingpulver-Packung genau an. Die Hauptzutat ist fast immer Maisstärke oder Weizenmehl – also ein Stärkeprodukt, das beim Erhitzen bindet. Dazu kommen in der Regel:
- Aromastoffe – oft synthetisch, selten aus echter Vanille oder Kakao
- Farbstoffe – z. B. E160a (Carotin) für die gelbliche Farbe bei Vanillepudding
- Zucker oder Süßungsmittel – manchmal als versteckter Zusatz
- Salz – in kleinen Mengen, aber vorhanden
Das ist nicht lebensgefährlich, aber auch nicht nötig. Wenn du weißt, was drin ist – warum dann kaufen, was du selber besser hinbekommst? Echtes Vanillepulver schmeckt besser als „natürliches Vanillearoma“. Echter Kakao macht mehr her als ein synthetischer Schokoladengeschmack.
Dazu kommt der Verpackungsaspekt: Jede Puddingpulver-Packung ist Einwegplastik oder beschichtete Pappe – beides kaum recycelbar. Wer Puddingpulver selber macht und in Einmachgläser füllt, spart über das Jahr mehrere solcher Verpackungen – ein kleiner, aber konkreter Schritt in Richtung Zero-Waste-Alltag.
Vanille-Puddingpulver selber machen
Das ist die Basisvariante – und der Klassiker schlechthin. Du brauchst nur drei Zutaten:
- 50 g Speisestärke (z. B. Maisstärke oder Kartoffelstärke)
- 1 TL Vanillepulver (aus echter Vanilleschote, nicht „Vanillin-Zucker“)
- 1 Prise Salz
Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermischen und in ein sauberes Glas füllen. Das ist dein Vanille-Puddingpulver – fertig. Wenn du möchtest, kannst du 1–2 EL Puderzucker dazugeben, damit der Pudding später süßer wird. Oder du lässt den Zucker komplett weg und sweetenst beim Kochen nach Geschmack.
Wer kein Vanillepulver zur Hand hat, kann auch das Mark einer halben Vanilleschote verwenden – dann aber direkt beim Kochen, nicht in der Vorratsmischung. Im Glas trocknet das Mark aus und verliert an Aroma.
Eine gute Vanillepulver-Quelle macht einen spürbaren Unterschied. Bio-Vanillepulver aus dem Reformhaus oder einem Online-Versand enthält echte, gemahlene Vanilleschoten – kein synthetisches Vanillin. Der Geschmack ist vollmundiger und bleibt auch nach dem Kochen erhalten. Ja, es kostet mehr als der Päckchenvanillezucker aus dem Supermarkt. Aber du brauchst pro Portion nur einen TL – das rechnet sich.
Mengenangabe für ein Glas (ca. 5–6 Portionen): 150 g Speisestärke + 3 TL Vanillepulver + 2 Prisen Salz. Das ergibt eine Mischung für etwa 5 Portionen à 500 ml Milch.
Schoko-Puddingpulver selber machen
Die Schokovariante ist fast genauso simpel – aber ein bisschen befriedigender. Echter Kakao macht den Unterschied.

Du brauchst:
- 40 g Speisestärke
- 20 g Backkakao (ungesüßt, hochwertiger Kakao lohnt sich hier)
- 1 Prise Salz
- Optional: 2 EL Puderzucker oder Rohrzucker
Alles gut vermischen. Wichtig: Backkakao klumpt gerne. Entweder du siebst ihn vor dem Mischen oder du gibst alles in ein Schraubglas und schüttelst kräftig durch. Beides funktioniert.
Für eine intensivere Schokoladennote: 25 g Kakao statt 20 g. Wer es etwas milder mag, bleibt bei 15 g. Diese Mischung lässt sich auch wunderbar als Basis für eine heiße Schokolade verwenden – einfach 2 TL in heißer Milch aufschlagen, ohne Kochen.
Vorratsglas-Menge (ca. 5 Portionen): 120 g Speisestärke + 60 g Kakao + 3 Prisen Salz.
Karamell-Puddingpulver selber machen
Karamellpudding ist die etwas aufwendigere Variante – nicht weil das Pulver komplizierter wäre, sondern weil das Karamell-Aroma beim Kochen entsteht. Trotzdem kannst du eine Vorratsmischung anlegen, die den Prozess später vereinfacht.
Zutaten für das Pulver:
- 50 g Speisestärke
- 3 EL brauner Zucker (er gibt die leichte Karamellnote)
- 1 TL Vanillepulver
- 1 Prise Salz
- Optional: ½ TL Zimt für mehr Tiefe
Alle Zutaten mischen und in ein Glas füllen. Das echte Karamell-Feeling entsteht beim Kochen: Gib einen EL Butter und einen EL braunen Zucker in den Topf, lass beides kurz karamellisieren (ca. 1–2 Minuten bei mittlerer Hitze), dann gieß die angerührte Puddingmischung dazu. Das ergibt einen Pudding mit echtem Karamellgeschmack – weit besser als jede Fertigvariante.
Diese Kombination aus Vorratspulver und frischer Karamellisierung beim Kochen ist ein kleiner Trick, der den Unterschied macht.
Wer keine Butter verwenden möchte, kann stattdessen etwas Kokosöl nehmen – das gibt eine leicht exotische Note, die gut mit Karamell harmoniert. Und wer mutig ist: ein kleiner Schuss Sahne zum Schluss verwandelt den Karamellpudding in etwas, das wirklich besonders schmeckt.
Vorratsglas-Menge (ca. 5 Portionen): 150 g Speisestärke + 9 EL brauner Zucker + 3 TL Vanillepulver + 3 Prisen Salz. Optional: 1½ TL Zimt.
Puddingpulver richtig lagern und haltbar machen
Selbstgemachtes Puddingpulver hält sich gut – wenn du ein paar Grundregeln beachtest. Stärke ist von Natur aus trocken und stabil. Das Problem entsteht durch Feuchtigkeit, Licht und mangelnde Beschriftung.
So lagerst du richtig:
- Einmachglas oder Schraubglas – am besten mit Gummidichtung. Kein Plastik, kein offenes Gefäß.
- Trocken und dunkel – Küchenschrank ist ideal, kein Regal über dem Herd (Dampf ist der Feind der Stärke)
- Beschriften – Sorte + Datum mit Abklebeband und Stift. Du wirst in drei Monaten nicht mehr wissen, ob das Vanille oder Karamell ist.
- Haltbarkeit – bei richtiger Lagerung 6–12 Monate. Wenn die Mischung klumpt oder muffig riecht: wegwerfen.
Ein weiterer Vorteil gegenüber Fertigprodukten: Du weißt genau, was drin ist – kein Ablaufdatum auf einer Packung, das eigentlich den letzten Inhaltsstoff datiert. Deine Mischung ist so frisch wie deine Zutaten.
Wer ohnehin Wert auf nachhaltige Aufbewahrung legt, findet im Beitrag über Umweltgifte im Haushalt noch weitere Gründe, Plastikverpackungen in der Küche zu vermeiden.
Aus dem Vorrat Pudding kochen – die richtigen Mengenverhältnisse
Das Kochen selbst geht schnell – aber die Mengen müssen stimmen, sonst wird der Pudding zu flüssig oder gummiartig. Hier die Grundformel:
- 500 ml Milch → 35–40 g Puddingpulver-Mischung (ca. 3 gehäufte EL)
- 250 ml Milch → ca. 18–20 g Pulver (für eine kleine Portion)
- 1 Liter Milch → ca. 70–80 g Pulver (für die ganze Familie)
So geht’s:
- Zwei bis drei EL der Milch abnehmen und das Puddingpulver darin kalt anrühren – klumpenfrei.
- Restliche Milch in einem Topf erhitzen. Wer mag: Zucker nach Geschmack hinzugeben.
- Angerührtes Pulver einrühren, sobald die Milch heiß ist (nicht kochen lassen).
- Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren aufkochen lassen – etwa 1–2 Minuten, bis die Masse deutlich eindickt.
- In Schälchen füllen und entweder warm genießen oder mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen.
Wenn du eine Haut verhindern willst: Folie direkt auf die Puddingoberfläche legen, nicht nur über das Schälchen. Der Kontakt zur Luft ist der Auslöser für die Haut.
Für einen festeren Pudding, der sich aus der Form stürzen lässt: 45 g Pulver auf 500 ml Milch verwenden und vor dem Stürzen mindestens 2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
Ein weiterer Trick: Einen Schluck Sahne statt Milch für einen cremigeren Pudding – das funktioniert besonders gut bei der Schoko-Variante.
Wenn du den Pudding für Kinder zubereitest, kannst du die Süßung komplett weglassen und stattdessen frische Früchte als Topping anbieten. Erdbeeren, Banane oder Himbeeren passen hervorragend zum Vanillepudding. Die Kinder können nach Geschmack zuckern – so lernst du gleichzeitig, wie viel Süße sie wirklich wollen.
Für Erwachsene lohnt sich die Experimentierfreude: Ein TL Espressopulver in der Schoko-Mischung macht daraus einen Mokka-Pudding. Ein Hauch Kardamom im Vanillepudding erinnert an indischen Chai. Und wer gerne backt: Die Puddingpulver-Mischungen funktionieren auch als Backaromen in Kuchen oder Muffins – einfach wie normales Puddingpulver verwenden.
Fazit
Puddingpulver selber machen lohnt sich – nicht nur wegen der Kontrolle über die Zutaten, sondern auch wegen des Geschmacks. Echtes Vanillepulver, hochwertiger Kakao und brauner Zucker machen schlicht mehr her als synthetische Aromen aus der Tüte. Die Grundrezepte sind in zehn Minuten zusammengemischt, die Vorratsgläser halten sich ein Jahr.
Was du einmal angelegt hast, macht sich danach fast von selbst: Glas aufmachen, abmessen, kochen. Kein Einkaufen, kein Verpackungsmüll, kein Rätseln über Inhaltsstoffe. Das ist Vorratshaltung, wie sie Sinn macht.
FAQ – Puddingpulver selber machen
Welche Stärke ist am besten für selbstgemachtes Puddingpulver?
Maisstärke (Maizena) ist die meistgenutzte Variante – sie bindet zuverlässig und hat einen neutralen Eigengeschmack. Kartoffelstärke funktioniert ebenfalls, ergibt aber einen etwas festeren Pudding. Weizenstärke ist seltener, aber auch geeignet. Am besten: mit Maisstärke starten, da sie die gleiche Basis wie die meisten Fertigprodukte ist.
Kann ich das Puddingpulver auch mit pflanzlicher Milch kochen?
Ja, das funktioniert gut. Hafermilch und Sojamilch binden am zuverlässigsten. Mandelmilch und Reismilch haben einen höheren Wassergehalt – hier lieber etwas mehr Pulver nehmen (ca. 42–45 g auf 500 ml). Kokosmilch ergibt einen besonders cremigen Pudding, ist aber kalorienreicher.
Wie lange ist selbstgemachtes Puddingpulver haltbar?
Bei trockener, lichtgeschützter Lagerung in einem verschlossenen Glas: 6–12 Monate. Entscheidend ist, dass kein Wasser eindringt. Wenn die Mischung klumpt oder einen muffigen Geruch hat, lieber frisch mischen.
Kann ich das Puddingpulver zuckerfrei machen?
Ja. Die Grundmischung aus Stärke, Vanillepulver und Salz enthält gar keinen Zucker. Du süßt dann einfach beim Kochen – nach Geschmack und mit dem Süßungsmittel deiner Wahl: Rohrzucker, Honig, Ahornsirup oder ein Süßungsmittel wie Erythrit. Das gibt dir maximale Flexibilität.
Was tue ich, wenn der Pudding nicht fest wird?
Meistens liegt es an zu wenig Pulver oder daran, dass die Mischung nicht lange genug gekocht wurde. Die Stärke muss wirklich aufkochen, damit sie vollständig geliert – mindestens 60 Sekunden sprudelnd kochen. Wenn der Pudding nach dem Abkühlen immer noch zu flüssig ist, kannst du ihn noch einmal erhitzen und etwas in kalter Milch angerührte Stärke einrühren.
